Illustration für John Barleycorn
Traditional Folk

John Barleycorn

Eine Allegorie auf Gerste, Bier und den Kreislauf des Lebens — voller versteckter Symbolik

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Traditional · Arranged & performed by Mat Williams · © ClassicRocks

Text & Übersetzung

EnglishDeutsch
There were three menEs waren drei Männer,
Came from the westDie kamen aus dem Westen
Their fortunes for to tellVon ihrem Schicksal erzählen sie
And the life of John Barleycorn as well.Und auch dem Leben von John Barleycorn
They’ve laid him in three furrows deep,Sie legten ihn in drei tiefe Ackerfurchen,
Laid clods upon his head.Legten Erdklumpen auf seinen Kopf.
Then these three men made a solemn vowDann machten diese drei einen gemeinsamen Schwur
John Barleycorn was dead,John Barleycorn war tot,
John Barleycorn was dead.John Barleycorn war tot,
They let him lie for a very long time,Sie ließen ihn lange Zeit liegen,
Till the rain from heaven did fall.Bis der Regen vom Himmel fiel.
Then little Sir John sprang up his headDann sprang dem kleinen John der Kopf auf
And he did amaze them all,Und er erstaunte sie alle,
He did amaze them all.Er erstaunte sie alle.
They let him stand till the midsummer’s day,Sie ließen ihn stehen bis zu einem Mittsommertag,
Till he looked both pale and wan.bis er sowohl bleich als auch blass aussah.
Then little Sir John he grew a long beardDa trug der kleine Sir John einen langen Bart
And he so became a man,Und wurde so zu einem Mann,
He so became a man.Und wurde so zu einem Mann.
ChorusRefrain
Fal la la la, it’s a lovely day,Fal la la la, es ist ein wundervoller Tag,
Sing fal la la, lay-o,Sing fal la la, lay-o,
Fal la la, fal la la,Fal la la, fal la la,
It’s a lovely day,Es ist ein wundervoller Tag,
Singing fal la la la, lay-o.Sing fal la la la, lay-o.
So they have hired men with the scythes so sharpAlso heuerten sie Männer an mit scharfen Sensen,
To cut him off at the knee,Um ihn über dem Knie zu mähen
They’ve rolled him and tied him around the waist,Sie rollten ihn und banden ihn um die Hüfte,
They’ve served him barbarously,Sie behandelten ihn barbarisch,
They’ve served him barbarously.Sie behandelten ihn barbarisch.
ChorusRefrain
They have hired men with the crab-tree sticks,Sie heuerten Männer an mit Stöcken,
To cut him skin from bone,um ihm die Haut von den Knochen zu trennen,
The miller he has served him a-worse than that,Der Müller behandelte ihn sogar noch schlimmer,
He’s ground him between two stones,Er rieb ihn zwischen zwei Steinen,
He’s ground him between two stones.Er rieb ihn zwischen zwei Steinen.
And they’ve wheeled him here,Und sie fuhren ihn hierhin,
And they’ve wheeled him there,Und sie fuhren ihn dorthin,
They’ve wheeled him to a barn,Sie fuhren ihn in eine Scheune
And then they have served him a-worse than that,Und dann behandelten sie ihn noch schlimmer,
They’ve bunged him in a vat,Sie warfen ihn in einen Bottich,
They’ve bunged him in a vat.Sie warfen ihn in einen Bottich.
ChorusRefrain
Well they’ve worked their will on John BarleycornSie haben ihren Willen verrichtet an John Barleycorn,
But he lived to tell the tale,Doch er lebte weiter, um die Geschichte zu erzählen,
For they pour him out of an old brown jugDenn sie schütteten ihn aus einem alten braunen Krug
And they call him home brewed ale,Und sie nennen ihn hausgebrautes Bier,
They call him home brewed ale.Sie nennen ihn hausgebrautes Bier.
3 x Chorus3 x Refrain

Traditioneller Text · Public Domain · Arrangement © Mat Williams / ClassicRocks.

Geschichte & Hintergrund

Commentary Kommentar

This is one of folksongs’ many “riddles.” Dreadful things are done to Poor John Barleycorn but clues are supplied as we go along.

Firstly, he’s buried, then resurrected in the spring. Then he grows a beard to show his maturity - the seed head of barley has many long spikes on it when it is ripe. This is known as the “beard.” Having reached adulthood, the poor man is cut down, (scythed) and tied into a bundle ready to be placed in the field in “stooks.”. He is then beaten with sticks to separate grain from straw (threshed) then ground by the miller. The long-suffering John is then drowned in the brewing vat.

The song could not be written now. Mechanisation has meant that most of these processes are done by one giant machine - the combine harvester.

In the end he triumphs, as all good heroes should, and becomes the all-important ingredient in beer. Home brewed ale was very important to farms and their workers. Low alcohol beer was safe to drink (even children had it in small quantities) which the water from local streams and springs may not have been. Harvesting was thirsty work and ale was brought out to the field workers when now there might be a tea-break. No doubt a stronger brew was made for harvest supper. Mechanisation has meant that there is no longer a need for huge crews of extra labour. Water from the tap and a visit to the supermarket will provide for the celebrations of harvest home.

Many seasonal farming processes were made magical in this way - the Harvest King, the Corn Dolly, the May Queen and the Maypole Dance. Maybe they helped to make the uncontrollable forces of nature less frightening. It is difficult nowadays to realise how local and immediate food production used to be. There were no shops, at least not as we know them, and certainly no supermarkets and definitely no global transport of basic foodstuffs. There were no green beans from Kenya at Christmas time for instance. Grain could be stored in barns and carefully rationed to last the winter but if the summer was wet and stormy and the crops beaten to the ground, there would be hungry bellies all round. If there was a drought the grass would not grow. No grass meant no hay. No hay meant no food for the plough horses. No hay meant little or no milk from the cow. No milk meant no butter or cheese to take to market. There was no buffer against a bad harvest which meant no brewing of ale. This would be the least of the problems. A bad harvest could mean death the following winter. No wonder rituals were observed, superstitions respected and songs sung. Anything that might just please the wilful gods of the weather was worth doing.

Dies ist einer der vielen "Riddles" unter den Folksongs, also gewissermaßen ein gesungenes Rätsel. Fürchterliche Dinge werden dem armen John Barleycorn angetan doch im Laufe des Songs gibt es Anhaltspunkte, was es mit der barbarischen Geschichte in Wirklichkeit auf sich hat.

Zunächst wird er beerdigt, dann aufersteht er im Frühjahr. Ihm wächst ein Bart, was seine Reife belegt - Die Gerstenähre hat viele lange Borsten, wenn sie reif ist. Diese bezeichnet man als Bart. Im Erwachsenenalter wird der arme "Mann" also niedergemäht, zu einem Bündel verknotet, mit Stöcken geschlagen, um das Korn von den Ähren zu lösen, dann auch noch vom Müller misshandelt, bis er schließlich in den Braukrügen ertränkt wird. Oh je.

Dieser Folk Song hätte heute nicht mehr geschrieben werden können. Die Mechanisierung der Landwirtschaft hat dazu geführt, dass viele der beschriebenen Prozesse mittlerweile von einer einzigen Maschine durchgeführt werden, dem Mähdrescher.

Am Ende triumphiert er, wie das alle guten Helden tun sollten und wird zum wichtigsten Inhaltsstoff des Bieres. Selbstgebrautes Ale war wichtig für Farmen und deren Arbeiterschaft. Das niedrig alkoholische Bier war ein sicheres Nahrungsmittel, selbst für Kinder in geringen Mengen. Für das Wasser aus örtlichen Bächen und Quellen galt dies nicht immer. Die Ernte war eine schweisstreibende Arbeit und das Ale wurden den durstigen Arbeitern hinaus auf's Feld gebracht, wo man heute vielleicht eine Teepause einlegt. Zweifelsohne wurde für das Erntemahl ein stärkeres Bier gereicht.

Die Mechanisierung hat dazu geführt, dass heute keine Extra-Kräfte mehr für die Erntearbeit mobilisiert werden müssen. Wasser aus dem Wasserhahn oder oder ein Besuch im Supermarkt bringen, was man für die Erntefeier zuhause benötigt.

Viele saisonale landwirtschaftliche Prozesse wurden auf diese Weise glorifiziert - The Harvest King, The Corn Dolly, The May Queen und The Maypole Dance. Vielleicht trug dies dazu bei, die unkontrollierbaren Kräfte der Natur etwas weniger bedrohlich erscheinen zu lassen. Es ist aus der heutigen Perspektive schwer zu verstehen, wie lokal und wie unmittelbar die Nahrungsmittelproduktion war. Es gab keine Geschäfte, zumindest nicht in dem Sinne, wie wir sie heute kennen, und sicherlich keine Supermärkte und definitiv keinen globalen Transport von Grundnahrungsmitteln. Es gab keine grüne Bohnen aus Kenia zur Weihnachtszeit. Weizen konnte gelagert werden und sorgfältig rationiert den Winter überdauern aber wenn der Sommer nass und stürmisch war und das Getreide vor der Ernte plattgedrückt am Boden lag, würde dies in gesamten Gegend zu hungrigen Bäuchen führen. Im Falle großer Trockenheit würde das Gras nicht wachsen, daher gäbe es keine Heu, also auch kein Futter für die Ackerpferde. Wenig oder gar keine Milch von den Kühen. Keine Butter oder Käse für den Markt. Es gab keine Reserve im Falle einer Missernte und es konnte kein Bier gebraut werden - sicherlich eines der geringsten Probleme. Eine Missernte konnte Tod im folgenden Winter bedeuten. Daher ist es kein Wunder, dass Rituale durchgeführt wurden, Übernatürliches Beachtung fand und Lieder darüber gesungen wurden. Alles, was möglicherweise den Wettergöttern gefallen könnte, war es wert, getan zu werden.

Commentary written by Gillian Goodman · © ClassicRocks / Mat Williams