Illustration für The Derby Ram
Traditional Folk

The Derby Ram

Der Widder von Derby

Eine skurrile Übertreibungsballade über den sagenhaften Widder von Derby

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Traditional · Arranged & performed by Mat Williams · © ClassicRocks

Text & Übersetzung

EnglishDeutsch
As I was going to Derby all on a market day,Als ich nach Derby kam an einem Markttag,
I met the biggest ram, me boysTraf ich den größten Schafsbock, meine Jungen,
Tthat ever was fed on hay.Der jemals mit Heu gefüttert wurde.
ChorusRefrain
And indeed, my lads, it’s true, my lads,And tatsächlich, meine Kumpanen, es stimmt, meine Kumpanen,
I never was known to lie,Ich stand niemals im Ruf, zu lügen,
And if you’d been down in Derby,Und wäret ihr unten gewesen in Derby,
You’d seen him the same as I.Hättet ihr ihn genau so gesehen, wie ich.
He had four feet to walk uponEr hatt vier Füße, um mit ihnen zu gehen
Hhe had four feet to stand,Und er hatte vier Füße zum Stehen,
And every foot that he set down,Und jeder Fuß, den er niedersetzte,
It covered an acre of land.bedeckte einen Morgen Land.
The horns that grew on this ram’s head,Die Hörner, die auf dem Kopf des Bocks wuchsen,
They grew so very long,Sie wuchsen so lang,
And every time he shook his headUnd jedes Mal, wenn er den Kopf schüttelte,
Tthey rattled against the sun.Rasselten sie gegen die Sonne
ChorusRefrain
The wool on this ram’s back, my boys,Die Wolle auf dieses Bocked Rücken, meine Jungen,
It grew so very high,Die wuchs so hoch,
The eagles came and built their nestsDass die Adler kamen und ihre Nester bauten
And I heard the young ’uns cry.Und ich hörte ihre Jungen schreien.
The man that fed this ram, my lads,Der Mann, der diesen Bock fütterte, meine Jungen,
He fed him twice a day,Er fütterte ihn zweimal am Tag,
And every time he opened his mouth,Und jedes Mal, wenn er sein Maul öffnete,
He swallowed a rick of hay.Verschlang er einen Stapel Heu.
ChorusRefrain
This ram he had two horns, my ladsDieser Bock hatte zwei Hörner, meine Jungen
That reached up to the moon,Die reichten bis zum Mond,
A boy went up in JanuaryEin Junge kletterte hinauf im Januar
And didn’t come back till June.Und kehrte nicht zurück vor Juni.
Now this old ram, he had a tailNun, dieser alte Bock hatte einen Schwanz,
That reached right down to hell,Der bis in die Hölle hinabreichte,
And every time he waggled itUnd jedes Mal, wenn er ihn schüttelte,
He rang the old church bell.Erklang die Kirchenglocke.
The butcher that stuck this ram, my lads,Der Schlachter, der diesen Bock abgestochen hatte, meine Jungen,
Was up to his knees in blood,War bis zu seinen Knien in Blut,
And the little boy who held the bowlUnd der kleine Junge, der die Schüssel hielt,
Was carried away by the flood.Wurde weggespült von der Flut.
ChorusRefrain
Now all the men in DerbyNun kamen alle Mäner aus Derby
Came a-begging for his eyes,Und bettelten um seine Augen,
To pound up and down the Derby streetsUm damit Derbys Straßen auf und ab zu hämmern,
For they were of a football’s size.Denn sie hatten die Größe eines Fußballs
Took all the boys in DerbyEs bedurfte aller Männer aus Derby,
To carry away his bones,Seine Knochen wegzutragen,
Took all the girls in DerbyEs bedurfte aller Mädchen aus Derby,
To roll away his...Seine ... wegzurollen.
ChorusRefrain
Now the man that fattened this ram,Nun, der Mann, der diesen Bock großgezogen hat,
My boys, he must have been very rich,Meine Jungen, er muss sehr reich gewesen sein.
And the man who sung this songUnd der Mann, der dieses Lied sang,
He must be a lying son of a...Muss der lügende Sohn sein einer ...
So now my song is ended,Nun ist mein Lied zuende,
I’ve nothing more to say,Ich habe nichts mehr zu sagen,
But give us another pint of beerAber gib uns noch einen Krug Bier
And we’ll all of us go away.Und wir gehen alle davon.
ChorusRefrain

Traditioneller Text · Public Domain · Arrangement © Mat Williams / ClassicRocks.

Geschichte & Hintergrund

Commentary Kommentar

We don’t do things by halves in Derbyshire. If we decide to tell lies, they’re whoppers. This is an old, old song, one of many “boasting songs” where the bragging is so outrageous that it orbits out of any connection with reality. No-one could possibly believe one word of it, which all adds to the fun. So does being in a rowdy pub and having imbibed several alcoholic beverages before singing.

The ram has been associated with Derby for centuries - the northern part of the county is hill-farming sheep country. The song was part of a medieval mummers play, after which masked players would call at houses in small towns and villages and sing this song to bring luck the following year. This places it in midwinter - maybe on Twelfth Night with the Lord of Misrule? - and makes it a secular equivalent to carol singing. Very secular, in fact. Positively pagan. The last verse implies it was a visiting song - “if you give us more ale, we’ll go away and stop making this noise” which is the outdoor equivalent of the more domestic: “The cup and the bottle lie on the shelf, If you want any more you can sing it yourself”

which rounds off many rather more polite folk-songs.

“The Derby Ram” was made the regimental song of the Derbyshire Militia in 1855 and they adopted the ram as their mascot. Presumably the tune was played for public marching by the regimental band and the words sung inside the barracks so as not to offend those of a nervous disposition. The song is also the anthem of Derby Football Club, who are known, of course, as “The Rams.”

Looking at the words, the ram’s horns were obviously extra-special as they get two verses, whereas the feet, the wool etc. only get one. The verse about the tail is puzzling - if the tail reaches down to hell, why does it ring the church bell? Church bells are up. Maybe the tail went round and round like a catherine wheel.

Wonderful though this creature is, he still has to be slaughtered. This gives a lovely excuse for further bawdy verses as people queue up for the interesting bits.

It’s a cracking good song, “The Derby Ram.” I like it so much, in fact, that I’ve just sung it through ninety-nine times without stopping. Honest. Actually, I made that last bit up. The song does nothing but boast, so I thought I’d join in.

Wir machen keine halben Sachen in Derbyshire. Wenn wir uns entscheiden, Lügen zu erzählen, dann sind das Mordsdinger. Dies ist ein ganz alter Folksong, eines von vielen Prahlliedern, wo die Prahlerei so dick aufgetragen ist, dass kein Bezug zur Realität mehr gegeben ist. Niemand würde auch nur ein einziges Wort davon glauben, was den Spaß nur vergrößert. Ebenso wie der Umstand, sich in einer pöbelhaften Pub-Umgebung zu befinden und eine gewisse Menge an alkoholhaltigen Getränken konsumiert zu haben.

Der Bock wird bereits seit Jahrhunderten mit Derby assoziiert - der Nördliche Teil der Grafschaft ist hügeliges Farm- und Schafland. Der Song war Teil eines mittelalterlichen Mummenschanz-Spiels, im Rahmen dessen maskierte Schauspieler an Häuser kommen würden in Dörfern und kleinen Städten und diesen Song zu singen, um Glück zu bringen für das folgende Jahr. Demnach hätte dies stattgefunden im Winter - vermutlich in der zwölften Nacht mit dem Lord of Misrule - was es zu einem säkularen Equivalent des Choralsingens machen würde. Sehr weltlich in der tat. Definitiv heidnisch. Die letzte Strophe impliziert, dass es ein von-Tür-zu-Tür Song war (“wenn ihr uns mehr Ale gebt, dann ziehen wir weiter und hören auf, solch einen Lärm zu veranstalten”), eine Outdoor Version des mehr häuslichen “die Tasse und die Flasche liegen im Regal, wenn ihr noch mehr wollt, dann müsst ihr es selber singen”, welches viele der höflicheren Folksongs beschließt.

“The Derby Ram” wurde zum Regimentsong des Derbyshire Militia in 1855 und sie machten den Bock zu ihrem Maskottchen. Wahrscheinlich wurde der Song von der Regimentskapelle gespielt zum öffentlichen Marschieren und der Text wurde wohl eher in den Barracken gesungen, um sensible Gemüter nicht zu verschrecken. Der Song ist heute die Hymne des Derby Football Club. Dessen Spieler, natürlich, sind bekannt als “The Rams.”

Wenn man sich den Text ansieht, dann waren die Hörner des Bocks scheinbar extra-speziell, denn darüber wurden 2 Strophen gemacht, wohingegen die Füße, die Wolle etc. in nur jeweils einer Strophe Erwähnung finden. Die Strophe über den Schwanz ist rätselhaft - der Schwanz reicht hinunter bis in die Hölle, wie kann er dann die Kirchglocken läuten? Kirchenglocken hängen üblicherweise oben. Vielleicht reichte er herum und herum, wie ein Feuerad.

Doch so wundervoll diese Kreatur auch sein mag, sie wird am Ende dennoch geschlachtet. Dies ist eine wunderbare Ausrede für weitere obszöne Strophen, in denen Leute anstehen für die interessanten Teile.

Es ist ein deftiger, guter Song, “The Derby Ram.” Ich mag ihn so sehr, dass ich ihn gerade 99 Mal ohne Pause durchgesungen habe. Ehrlich. Naja, den letzten Teil habe ich erfunden. In dem Song geht es ausschließlich ums Prahlen, also dachte ich mir, da sollte ich mich beteiligen.

Commentary written by Gillian Goodman · © ClassicRocks / Mat Williams